Stadt Zittau - Bürgerinformationsportal Beschluss zur Beteiligung der Stadt Zittau am Netzwerk "Oberlausitzer Umgebindehausstraße"

Betreff
Beschluss zur Beteiligung der Stadt Zittau am Netzwerk "Oberlausitzer Umgebindehausstraße"
Vorlage
198/2017
Art
Beschlussvorlage Fraktionen

Umgebindehäuser als besondere Form der Fachwerkhäuser waren früher nicht nur in der Oberlausitz anzutreffen, sondern sogar bis Brandenburg und Thüringen verbreitet. In großer Zahl erhalten geblieben sind sie aber nur in unserer Region. Die über 100 historischen und denkmalsgeschützten,  zumeist schmucken, liebevoll erhaltenen und gepflegten Umgebindehäuser in Dittelsdorf  sind sehenswert. Auf dem seit vielen Jahren existierenden Denkmalspfad können die Besucher Wissenswertes zu den jahrhundertealten Gebäuden erfahren. Ebensolche Schmuckstücke dieser Bauweise hat Hirschfelde aufzuweisen, darunter eines der ältesten Umgebindehäuser überhaupt, das Komturhaus (Pilgerhäusl). Auch die Imagebroschüre der Stadt Zittau verweist auf die traditions-reichen Umgebindehäuser.

 

Als Teil der Deutsche Fachwerkstraße hat sich auf Initiative einer Arbeitsgruppe unter Federführung der Stadt Ebersbach-Neugersdorf die Oberlausitzer Umgebindehausstraße entwickelt. Mitgliedsgemeinden sind derzeit: Ebersbach-Neugersdorf, Seifhennersdorf, Großschönau. Mittelherwigsdorf, Oderwitz, Herrnhut und Kottmar.

 

Im Stadtrat von Zittau war das Thema im Jahr 2016 und 2017 bereits im Rahmen mehrerer Anfragen der Einreicher zum Umsetzungsstand des Beschlusses 164/2016 „Beschluss zur Prüfung der Beteiligung der Stadt Zittau am Netzwerk Oberlausitzer Umgebindehausstraße“ präsent:

 

Auszug aus Niederschrift des Stadtrates v. 15.12.2016 (Bericht OB)

 

„Die „Oberlausitzer Umgebindehausstraße“ ist die 7. Regionalstrecke der Deutschen Fachwerkstraße und erhebt in diesem Sinne momentan keine eigenen Beiträge. Als formelle Grundvoraussetzungen für einen Beitritt, sind die Aufnahmen in die übergeordneten Dachorganisationen zwingend erforderlich. Zum einen der Beitritt in die Dachorganisation „Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fach-werkstädte e.V.“ sowie zum anderen der Beitritt in die darin befindliche „Arbeitsgruppe Deutsche Fachwerkstraße e.V.“ Die Aufnahme darin erfolgt durch Mitgliederbeschlüsse, nachdem die erforderlichen Kriterien (u.a. herausragender Fachwerkbestand) erfüllt sind.

Beitrag für die „Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte e.V.“: zw. 150 € - 700 € p.a.

Beitrag für die „Arbeitsgruppe Deutsche Fachwerkstraße e.V.“: zw. 800 € - 3200 € p.a.

In Abstimmung mit der Deutsche Fachwerkstraße ist es angedacht, die Stadt Zittau im Jahr 2017 zu einer Regionalstreckensitzung einzuladen und die Aufnahmekriterien sowie Abläufe näher vorzu-stellen.“

 

Auszug aus Niederschrift SR v. 22.06.2017 (Anfragen Stadträte)

 

„OB Zenker antwortet. Zur Umgebindestraße hat er heute ein Schreiben erhalten; es enthält schrif-lich, was er auch schon dem Stadtrat erklärt hat. Er wird es dem Stadtrat weiterleiten. Er zitiert: „Mitglieder haben sich einstimmig darauf verständigt, dass dieser Schritt, womit die infrastrukturel-le Umsetzung des derzeitig entstehenden Rundkurses gemeint ist, vor einer ersten Erweiterung abgeschlossen werden soll. Im Anschluss ist vorgesehen, die Oberlausitzer Umgebindestraße durch neue Mitgliedsstädte und Gemeinden etappenweise zu vergrößern. Wir begrüßen daher Ihr Beitritt-sinteresse und möchten Ihnen den von uns angedachten Ablauf zur weiteren Verfahrensweise kurz darstellen.“

 

Bisherige Aktivitäten von Seiten der Verwaltung gingen bisher über den Prüfauftrag nicht hinaus und erscheinen  im Sinne eines tatsächlichen Beitritts nicht konkret genug und konsequent zielgerichtet verfolgt.

 

Die Anbindung an diese touristische Straße könnte vor allem die beiden Zittauer Ortschaften Dittelsdorf und Hirschfelde bekannter machen und Touristen anlocken. Möglicherweise könnte das eine oder andere Umgebindehaus aber auch einen Käufer finden, der es liebevoll saniert. Am Interessantesten ist bei einer solchen touristischen Route aber das gemeinsame Marketing. Mit der Umsetzung des Beschlusses könnte die Stadt Zittau einen wichtigen Beitrag zur positiven Entwicklung ihrer nördlichen Ortschaften leisten.

 

Der für die Umsetzung zu veranschlagende finanzielle Rahmen ist von der Verwaltung zu ermitteln und in den Haushaltsplan des Beitritts- sowie der Folgejahre einzuarbeiten.

 

 

 

 

SächsGemO, Hauptsatzung

Der Stadtrat der Großen Kreisstadt Zittau beschließt:

 

 

 

1. Der Beitritt der Stadt Zittau mit den Ortsteilen Dittelsdorf, Hirschfelde, Schlegel und Wittgendorf zum Netzwerk „Oberlausitzer Umgebindehausstraße“ ist möglichst weitgehend vorzubereiten.

 

2.  Die dafür notwendigen Voraussetzungen, wie der Beitritt zu den übergeordneten Dachorganisationen „Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte e.V.“ sowie der darin befindlichen „Arbeitsgruppe Deutsche Fachwerkstraße e.V.“, sind so bald wie notwendig zu schaffen.

 

3.  In der Stadt Zittau ist eine Arbeitsgruppe zu gründen, die sich mit der Umsetzung der Zittauer Beitrittsinitiative befasst. Diese sollte mindestens bestehen aus: einer/m Vertreter/in der Stadtverwaltung (Stadt- und Tourismusmarketing), einer/m Vertreter/in der ZSG (Bereich Tourismus) und jeweils einen/eine Vertreter/-in der Ortschaften Dittelsdorf, Hirschfelde, Schlegel und Wittgendorf, benannt durch den jeweiligen Ortschaftsrat.

 

4.  Der für die Umsetzung zu veranschlagende finanzielle Rahmen ist von der Verwaltung zu ermitteln und in den Haushaltsplanentwurf des Beitritts- sowie der Folgejahre einzuarbeiten.