Stadt Zittau - Bürgerinformationsportal Beschluss zur Stärkung des Theaterstandortes Zittau

Betreff
Beschluss zur Stärkung des Theaterstandortes Zittau
Vorlage
151/2011
Art
Beschlussvorlage Fraktionen

Begründung:

Von verschiedenen Seiten wird vorgeschlagen, dass sich Zittau wieder an der Gerhart-Hauptmann-Theater GmbH beteiligen soll, um eine angesichts der Kürzung der Kulturraumförderung, der Tarifvertragsverhandlungen und des Görlitzer Übergewichts in der GHT-GmbH befürchtete Abwicklung der eigenständigen Produktions- und Spielstätte in Zittau zu verhindern. Der Standort Zittau braucht einen stärkeren Rückhalt.

 

Das Theater in Zittau war vom Zeitpunkt seiner Gründung 1802 an bis nach 1945 das Zittauer Stadttheater in Trägerschaft der Stadt. Dies war noch einmal kurz der Fall nach der Rückübertragung 1990 bis ca.1993. Seitdem war der Landkreis teils Mehrheits- teils Alleingesellschafter der GHT GmbH. Grund für den Rückzug der Stadt war nicht mangelndes Interesse, sondern der Umstand, dass eine Stadt mit knapp 28.000 Einwohner zu klein ist, um ein Theater allein zu tragen.

 

Das Theater ist heute mit seinen Spielstätten in Zittau und Jonsdorf (Waldbühne) nicht nur das Theater der Einwohner der Zittauer Kernstadt wie zu früheren Zeiten, sondern genauso auch das Theater der Einwohner im südlicheren Teil des Landkreises Görlitz.  Deshalb war es angemessen, dass der Landkreis Löbau-Zittau schließlich Alleingesellschafter wurde.

Durch die Bildung des Großkreises Görlitz hat sich diese Situation verändert: Für einen Bürger z.B. aus Weißwasser oder Schleife ist das Zittauer Theater nicht „sein“ Theater. Dies macht es schwierig, die volle Solidarität des ganzen Kreises für den Theaterstandort Zittau einzufordern.

 

Verschiedene kommunale Aufgaben, die nicht oder nur schlecht von einer Gemeinde allein geschultert werden können, werden schon heute gemeinsam getragen, so in Abwasserzweckverbänden, in der Touristischen Gebietsgemeinschaft, bei der SOEG und beim Naturpark Zittauer Gebirge. Das Modell einer gemeinsamen Mitträgerschaft der Nachbargemeinden / Gemeinden des Altkreises an der Theater-GmbH, um den Standort Zittau als Produktions- und Spielstätte zu erhalten, wäre da eine sinnvolle neue Gemeinschaftsaufgabe.

 

Welche Form eine solche Mitträgerschaft haben könnte ist offen. Dies könnte z.B. ein  „Theater-Zweckverband" sein, der einen gemeinsamen Anteil am Theater trägt und an dem sich die Stadt und die Nachbargemeinden je nach Größe und Nähe zum Theater beteiligen. Ob durch eine solche  Beteiligung der Landkreis als Hauptgesellschafter dann entlastet und / oder das Gesellschaftskapital aufgestockt wird und wie hoch dieser Anteil sein soll, ist ein Frage, die gemeinsam  beraten und vereinbart werden muss.

 

keine

Beschlussvorschlag:

 

Der Stadtrat der Großen Kreisstadt Zittau beschließt:

 

(1.) Die Stadt bekräftigt ihr Bekanntnis zum Gerhart-Hauptmann-Theater mit eigenständiger Produktions- und Spielstäte in Zittau und dem festen Willen, alle eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen.

 

(2.) Der Oberbürgermeister wird beauftragt, dem Stadtrat Vorschläge für Maßnahmen mit dem Ziel zu unterbreiten, den Erhalt des Theaters in Zittau als eigenständige Produktions- und Spielstätte  dauerhaft zu sichern. Dazu sind mit den Gemeinden im südlichen Landkreis, bedeutenden Wirtschaftsunternehmen, dem Landkreis Görlitz und der Stadt Görlitz Gespräche und Verhandlungen über eine verstärkte Kooperation für das Theater aufzunehmen.

 

(3.) Die Stadt lädt alle Nachbargemeinden / Gemeinden des Altkreises Löbau-Zittau und Unternehmen ein, über ein Modell zur regionalen Mitträgerschaft an der Theater GmbH nachzudenken.

Der Oberbürgermeister der Stadt Zittau informiert den Stadtrat im Januar 2012 über die Ergebnisse der Gespräche.

 

(4.) Der Oberbürgermeister wird beauftragt, die Geschäftsführer der Theater GmbH, Herrn Arauner und Herrn Sawade, in den Stadtrat, der im Oktober 2011 tagt, einzuladen,. Bei dieser Stadtratssitzung soll ein Bericht über den aktuellen Zustand des Standortes im Hinblick auf personelle, finanzielle und andere mögliche Risiken gegeben werden.

 Finanzielle Auswirkungen:

 

veranschlagt unter HH-Stelle

keine

Belastungen im laufenden Jahr

 

Belastungen der Folgejahre