Stadt Zittau - Bürgerinformationsportal Beschluss zur Prüfung der Einordnung des Neubaues Techn. Rathauses in die Albertstraße

Betreff
Beschluss zur Prüfung der Einordnung des Neubaues Technisches Rathauses in die Albertstraße
Vorlage
068/2015
Art
Beschlussvorlage Fraktionen

(1.) Die Aufwertung des Gebietes um die Uhreninsel ist städtebaulich wünschenswert. Noch dringlicher erscheint uns aber die Aufwertung der „Einkaufsinnenstadt“ als Ganzes. Zentrales Element sollte dafür der Bau eines Einkaufszentrums an der Albertstraße sein. Nun haben sich die früheren Fachmarktzentrumspläne von AVW stark reduziert und vom neuen Interessenten Rossmann Immobilien ist bisher bekannt, dass dort eine Planung in gleicher Größe geprüft wird.

 

Hier droht ein städtebauliches Problem. Die ursprüngliche Planung von AVW sah auf der Nordseite der Albertstraße zwei Handelsgeschosse und darüber zwei Parkgeschosse vor. Von seiner Höhe her hätte sich das Gebäude damit an die Nachbarbebauung an der Neustadt und der Reichenberger Straße angepasst. Das zweite Handelsgeschoss fällt aber in der verkleinerten Planung weg. AVW hatte dafür keine Alternativnutzung für das Obergeschoss, weil die notwendige Miete für Wohnungen gemessen an den Zittauer Mieten zu hoch wäre. Nachfrage nach Räumen für Arztpraxen, Anwaltsbüros oder gewerbliche Nutzungen gab und gibt es anscheinend auch nicht. Seitens AVW wurde noch eine mögliche Verwaltungsnutzung ins Gespräch gebracht. Diese Anregung wurde aber städtischerseits nicht aufgegriffen.

 

Ohne ein Nutz-Obergeschoss wird aber eine städtebauliche Einpassung des Gebäudes an dieser Stelle kaum möglich sein. Jedenfalls ist das Veto des Denkmalschutzes zu befürchten und damit der Nicht-Bau des innerstädtischen Einzelhandelsmagneten. Wenn damit dann auch den Supermärkten und Fachmärkten praktisch gar keine Ansiedlungsmöglichkeit in der Innenstadt angeboten werden kann, verliert auch der von uns gerade noch mal bestätigte Bebauungsplan zum Schutz der Einkaufsinnenstadt seine Grundlage. Alle bisherigen Bestrebungen, unsere schöne Innenstadt weiter zu entwickeln, gerieten damit in Gefahr.

 

(2.) Der bestehende Altbau an der Uhreninsel muss für die Nutzung als Technisches Rathaus entkernt und durch einen Anbau ergänzt werden. Die erste Kostenschätzung beläuft sich derzeit auf 3,2 - 3,5 Mio. €, wovon ca. 2 Mio. über Fördermittel finanziert werden sollen. Aus den vorliegenden Vorentwurf ergeben sich bei Addition aller Flächen auf den Geschossplänen etwa 1.118 m². Darin enthalten sind etwa 302 m² Flur, Treppenhäuser und Toiletten, so dass eine Nettofläche von etwa 816 m² verbleibt.

 

Wir haben überschlägig geprüft, welche Kosten sich ergeben könnten, wenn man diese Räumlichkeiten im Obergeschoss des FMZ an der Albertstraße bauen würde. Auf der Seite

http://hausbaukosten.eu/baukosten-gewerbebau-b%C3%BCro-geb%C3%A4ude-pro-m2-qm-m3-berechnen

werden für ein Bürogebäude mittleren Standards durchschnittliche Baukosten von 1.800 - 2.700 € pro m² Nettofläche genannt sowie ein Regionalfaktor, wonach die Baukosten in unserer Region nur etwa 85 % des Bundesdurchschnittes betragen.

Wenn hier kein kompletter Neubau ansteht sondern nur das Obergeschoss eines ohnehin zu bauenden Gebäudes zusätzlich kommt, können Extrakosten für das Dach und das Fundament nur in geringem Maße anfallen. Auch Treppenhäuser und Fahrstuhl müssten nur verlängert werden. Demnach müssten die Baukosten deutlich niedriger anfallen als auf der verlinkten Seite als Durchschnitt für einen Komplettbau genannt.

 

Auf dieser Basis ergibt eine Berechnung folgendes:

Nehmen wir den Mittelwert zwischen 1.800 und 2.700 €/m² = 2.350 € minus geschätzte 10 % Kosten für Fundament, Dach etc.  x  85 % Regionalkosten, ergibt dies rund 1.800 €/m².

Multipliziert mit 816 m² Nettofläche ergibt dies 1.468.800 € Gesamtbaukosten. Auch wenn man hier noch etwas aufschlagen müsste, wären die Baukosten doch in ähnlicher Höhe wie die Eigenmittel für den Alt-Neubau an der Uhreninsel (ob die Fördermittel sich dann evtl. noch für andere zu sanierende Objekte in der Innenstadt verwenden ließen, wäre zu prüfen).

 

Die obige Berechnung kann eine richtige Kostenschätzung durch ein Architekturbüro nicht ersetzen. Hierzu könnte zum einen Rossmann Immobilien gebeten werden, eine Kostenschätzung erstellen zu lassen. Oder sie wird direkt durch die Stadt in Auftrag gegeben.

 

Für die Finanzierung einer solchen Aufstockung des FMZ sind verschiedene Wege denkbar. So könnte die Stadt sich als Miteigentümerin an dem Gesamtvorhaben beteiligen oder die SBG übernimmt diese Aufgabe und vermietet die Räume an die Stadt oder es wird ein reines Mietvorhaben. Diese Alternativen wären dann genau abzuwägen und mit dem Investor zu klären.

 

Der Stadtrat beauftragt den Oberbürgermeister, eine Kostenschätzung und eine Anfrage beim Investor Fachmarktzentrum zu veranlassen über die Möglichkeit und die Mehrkosten für eine Aufstockung des Fachmarktzentrums an der Albertstraße um ein Geschoss, in dem die Räumlichkeiten des Technischen Rathauses untergebracht werden könnten.